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Skizze 2014

Der Erweiterungsantrag

Die Hohenlimburger Kalkwerke (HKW) haben Anfang 2010 die Erweiterung des Steinbruches Steltenberg um zunächst 9,6 Hektar beantragt, die zum Großteil auf Iserlohner Gebiet liegt (1. Stufe der Erweiterung, siehe Grafik). Im Antrag ist bereits eine weitere Fläche von
18 Hektar als sogenannte Abbauperspektive planerisch erfasst. Diese Fläche liegt komplett auf Iserlohner Gebiet und reicht bis auf etwa 300 Meter an die Wohnbebauung des "Dümpel-ackers" und "Auf der Insel" heran.

Die Folgen

Steinbruch2Im Zuge der Steinbrucherweiterung würde das Landschaftsbild durch den Wegfall des südlichen Teils des Steltenberg-Höhenrückens und durch die Abgrabung der Ahm-Hochfläche stark beeinträchtigt. Nachdem der Süden, Osten und Norden Letmathes bereits von Kalkabbau und Verkehr geprägt sind, ginge das bisher intakte Landschaftsbild im Westen und damit ein Stück Heimat ebenfalls verloren. Die Hochfläche auf dem Ahm besitzt als "grüne Insel" inmitten von Wohnbebauung und Gewerbegebieten eine große Bedeutung für die Naherholung der Bürger aus Letmathe, Elsey und Oege. Von diesem Naherholungsgebiet bliebe nach den Plänen der HKW langfristig nichts mehr übrig. Die privaten und gewerblichen Anwohner befürchten gesundheitliche und materielle Schäden durch Staub, Lärm und Sprengungen, wenn es zu einer Steinbrucherweiterung kommt. Rund um den Bereich Ahm/Steltenberg drohen Immobilien langfristig an Wert zu verlieren.

Das Verfahren

Das von den HKW durchgesetzte Genehmigungsverfahren nach Bundesimmissionsschutzgesetz verschafft dem Antragsteller ein grundsätzliches Recht auf Genehmigung. Zuständig für diese Genehmigung wurde die in die Hagener Stadtverwaltung eingebettete Untere Umweltschutzbehörde. Bei dem Erörterungstermin in Hagen wurden massive Einwände gegen den Antrag der HKW vorgetragen. Die Stadt Hagen hat trotz der einstimmigen Ablehnung des Landschaftsbeirats ihr Einvernehmen erteilt. In Iserlohn hingegen haben sich der Bürgermeister und die Vertreter der Parteien einstimmig gegen die geplante Steinbrucherweiterung ausgesprochen. Mit dem Genehmigungsbescheid vom 05.10.2011 hat sich die Stadt Hagen offiziell über das einstimmige Votum der Nachbarstadt Iserlohn sowie die Interessen der Anlieger und Naturschützer hinweggesetzt. Gegen diese Entscheidung hat die Stadt Iserlohn im Oktober 2011 Klage eingereicht. Die Bürgerinitiative und die Naturschutz-verbände unterstützen diese Klage mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln. So macht ein bei einem renommierten Fachanwalt eingeholtes und aus Spendengeldern finanziertes Rechts-gutachten deutlich, auf welch tönernen Füßen die Argumentation der Antragsteller und der Stadt Hagen als Genehmigungsbehörde steht.

Ende Januar 2013 hat das Verwaltungsgericht in Arnsberg die Hagener Genehmigung der Steinbrucherweiterung aufgehoben und sich damit für den Ahm als Naherholungsgebiet für die Letmather und Hohenlimburger Bevölkerung ausgesprochen.

Gegen diesen aufhebenden Gerichtsentscheid haben sowohl die HKW als auch die Hagener Verwaltung Berufung vor dem Oberverwaltungsgericht in Münster eingelegt. Dieses bestätigte jedoch Ende September 2014 das Urteil des Verwaltungsgerichts in Arnsberg und den dort verfügten Stopp der Steinbrucherweiterung auf Iserlohner Gebiet.

Der zweite Erweiterungsantrag

SteinbruchBereits Ende 2012 kauften die HKW die Landzunge (ca. 3 Hektar) zwischen dem bisherigen Steinbruch und der im ersten Antrag beantragten Erweiterungs-fläche. Diese Landzunge bildet nun zusammen mit dem bereits im ersten Antrag berücksichtigten Gelände südlich davon (ca. 2,2 Hektar) die Abbau-fläche des zweiten Erweiterungsantrags (rot schraffierte Fläche).

Diese neue Erweiterungsfläche liegt komplett auf Hagener Stadtgebiet. Das Antragsverfahren dazu ist in Vorbereitung - der Scopingtermin hat am 11.06.2013 stattgefunden. Die dazu erforderlichen Gutachten zu Belastungen durch Feinstaub und Erschütterungen, ökologisch-geologische und bodenkundliche Gutachten sowie Lärm- und Sprenggutachten liegen bereits durch den ersten Antrag vor und brauchen lediglich angepasst zu werden.

Die aktuelle Entwicklung rund um die geplante Erweiterung können Sie anhand der verlinkten Artikel auf unserer Presse-Seite verfolgen.

Der Steinbruch (von Helga Ibing)

Es gähnt ein riesengroßes Loch. –
Man brach viel Kalk und bricht ihn noch.
Wie mancher Baum ließ hier sein Leben!
(Es muss ja Arbeitsplätze geben!)
Doch bald ist dort ein Zaun gezogen
und damit auch die Angst verflogen,
daß Vogelsang und Blätterrauschen
man bald mit Baggerlärm wird tauschen.
Auch eine Bank ist wie ein Zeichen,
daß nicht der ganze Wald muß weichen.
Wagt man ein Stück sich vor den Zaun,
glaubt man den Augen nicht zu trauen!
Wo Bagger Grünes weggefegt,
es nach ganz kurzer Zeit sich regt.
Die braune Erde, plattgedrückt,
sich zart mit kleinen Beeten schmückt:
Der Natterkopf schießt in die Höh',
auf runden Flecken grünt der Klee,
und der Reseden zarter Duft,
so manch ein hungrig Bienchen ruft.
Wie die Natur hier triumphiert! ---
Ach, leider sie den Kampf verliert,
wenn Riesenzähne fest sich beißen,
das zarte Wunderwerk zerreißen. --
Doch hinterm Zaun wächst's fröhlich weiter.
Es stimmt die Blumenfreunde heiter,
daß auch das Tausendgüldenkraut
sich zwischen Sträuch' und Bäume traut.
Ach, eines Tages dann, oh Graus,
scheint's auch hier mit der Freude aus!
So manches Blümchen abgeknickt,
von Riesenrädern plattgedrückt,
die zarten Birken, nah am Weg,
sie neigten sich und stehen schräg.
Zwar sieht auch der Naturfreund ein:
"So manches, was uns kränkt, muß sein!"
Doch glaubt er, daß bei gutem Willen
ihm mancher Wunsch wär' zu erfüllen!!

aus: "Erlebtes Leben. Poesie und Prosa",
1996, Scheffler-Verlag

 

Gold-Ahm

Die Spannung von viel hundert Volt
die überm Ahm in Seilen schwirrt,
hat niemals so elektrisiert
wie unterm Ahm das weiße Gold.

Jedoch, wo viele Häuser steh'n,
ist jeder Rest Natur beliebt,
die unsrer Seele Auftrieb gibt.
Wo soll'n wir sonst spazieren geh'n?

So gab es Grund, um ihn zu streiten.
Ein paar Mal vor Gericht gezerrt,
behält der Ahm nun seinen Wert,
in dichtbewohnten Breiten.

Der Restnatur gebührt der Ruhm.
Ein bisschen Feld, ein bisschen Flur,
kein Denkmal großer Weltkultur,
für viele aber Heiligtum.

Honselmann, IKZ, Oktober 2014

 

Luftbild des Steinbruchs